Ana-Marija Markovina

Pianistin

Carl Philipp Emanuel Bach

Die Preußischen Sonaten

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Klavierkonzert in a-moll Wq 26 H 430
Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg unter Federico Longo
Rezensionen

Piano-News

Januar/Februar 2009

Die „Württembergischen Sonaten“ des zweiten Bach-Sohnes hat die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina schon eingespielt. Nun folgen also die „Preußischen“. Und die Pianistin vermag wiederum zu überzeugen. Denn sie behandelt den großen Bösendorfer-Flügel so feingliedrig und nuanciert, dass man durch die Akzente und die Agogik gar nicht mehr daran denkt, dass dieses Instrument ein moderner Flügel ist. Gerade die Harmonik, die Besonderheiten, die C.P.E.Bach so berühmt haben werden lassen, die Gefühle, die er ausgedrückt haben wollte in seinen Werken, genau dies vermag Markovina bestens zu erspüren. Und so nimmt sie den Zuhörer auf eine spannende Erlebnisreise durch den Kosmos des Bach-Sohnes mit.

Carsten Dürer

CD-Tipp : Preußische Leidenschaft

Carl Philipp Emanuel Bach, 1714 geborener Sohn des Großmeisters, liebt das Chaos. Sobald der Hörer sich an einer sanglichen Phrase weidet, lässt der Komponist harsch eine andere Stimme dazwischenfahren. Sobald der Musikwissenschaftler mit der Bemerkung „Aha, eine Sonatensatzform!“ auftrumpft, entzieht sich der Wilde dem Schema. Die scheinbar unordentliche Sammlung heißt dennoch brav „Preußische Sonaten“. Die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina spielt die sechs Stücke nicht auf Bachs Paradeinstrument, dem Cembalo, sondern auf einem Konzertflügel. Dieser Transfer mag bei Freunden der historischen Aufführungspraxis keine Gnade finden, die Ohren der anderen aber dürfte der variantenreichere Klang weniger ermüden als Dauerläufe auf dem Cembalo. Markovina präsentiert Bach virtuos als modernen Mann auf Sinnsuche zwischen Macho und Frauenversteher.

cfl

Rheinischer Merkur, 30.10. 2008

Versuch, über die wahre Art Klavier zu spielen

Preußisch klingen diese Sonaten- ihrem Titel zum Trotz keineswegs- den Carl phillip Emanuel Bach … war ein Freigeist, dessen Klaviermusik sich aus dem Barock emanzipierte, um sich prophetisch bis zu frühromantischen Wendungen vorzutasten. Die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina macht das in ihrer Einspielung auf einem modernen Bösendorfer (anstelle des originalen, aber ungerührteren Cemnalos) sehr schön deutlich. Interessante Zugabe: das Klavierkonzert a-moll. Mehr als ein Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen.

Kieler Nachrichten 26.11. 2008

CD Aktuell 24.10.2008

Mit enormer Musikalität und Ausdruckstiefe lässt auch die aus Kroaten stammende Pianistin Ana-Marija Markovina aufhorchen. Mit ihrer Einspielung der “Preußischen Sonaten“ von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) zeigt sie den Bach-Sohn als einen Komponisten, der sich von der formalen Geschlossenheit des Barock verabschiedet und meist frohen Mutes auf klassischen Pfaden wandelt. (Genuin, 87097). Seine ursprünglich für das Cembalo geschriebenen „Preußischen Sonaten“ strahlen Liebreiz, Noblesse und Klarheit aus. Bei ihrer Wiedergabe auf dem Bösendorfer, der über ein erheblich größeres Ausdruckpotenzial als das Cembalo verfügt, gelingt der Pianistin der Brückenschlag zwischen Intimität und Expressivität und macht damit „die Zeitlosigkeit eines gültigen Expressionismus hörbar“, wie es Prof. Helmut Reuter (Uni Bremen) im Beiheft ausdrückt. Ana-Marija Markovina spielt mit Herz und Verstand, gliedert sinnfällig und lädt überdies mit der Aufnahme des Klavierkonzerts a-Moll (mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg unter Federico Longo) zu einer spannenden Entdeckung ein.

Gießener Anzeiger

Fonoforum 12 /2008

Ana-Marija Markovina hat nach einer zu Recht gerühmten Einspielung der „Württembergischen Sonaten“ nun die „Preußischen Sonaten von Carl Phillip Emanuel Bach folgen lassen. Sie spielt auf einem im Diskant hell und im Bass eher weich aber nie schwammig klingenden Bösendorfer-Flügel. Markovina geht mit großer Zielstrebigkeit zu Werke…. Da gibt es Läufe von großer Meisterschaft, perlend und lebendig…

Regio-Magazin 11/ 2008

Besondere Klangwelt / Preußische Sonaten

Ursprünglich hat Carl Phillip Emanuel Bach seine Preußischen Sonaten für Cembalo geschrieben. Der moderne Konzertpianist sieht sich also nicht nur vor technische, sondern vor allem auch vor nicht unerhebliche interpretatorische Herausforderungen gestellt. Hat doch das Cembalo ein weitaus geringeres expressives Potenzial als der Konzertflügel. Ana-Marija Markovina, die Solistin der vorliegenden Einspielung, hat das Problem mit sprichwörtlichem Fingerspitzengefühl und untrüglichem Sinn für das Authentische barocker Musik gelöst. Sie fühlt sich in die Leidenschaften des Komponisten ein, ohne dem Instrument allzu viel Pathos zu entlocken. Vielmehr setzt sie auf das Kontrastspiel der Effekte, gibt sich jedem musikalischen Gedanken hin und nuanciert ihn mit pianistischer Grandezza. Das ist freilich eine Ausdruckswelt außerhalb des Cembaloverständnisses, aber doch mit dem Duktus der ganz speziellen barocken Expressivität. Die Richtungen, die sie beim Gestalten einschlägt, verfolgt sie mit Entschiedenheit und zwingt den Hörer zum mitschöpferischen Lauschen, zum Sich-Einlassen auf diese differenzierte Klangwelt. Nichts für „Musikkonsumenten“, die sich berieseln lassen, statt hinzuhören. Von barockem Geist beseelt ist auch die „Zugabe“, das Piano-Concerto in A minor, zusammen mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg aufgenommen. Ein Glücksfall.

Der Schroffe und der zarte Bach

Ana-Marija Markovina platziert den „preußischen“ Bach an den Konzertflügel

Recht so, dass die Pianistin Ana-Marija Markovina sich einmal Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-88) frühesten Sonatenzyklus vornimmt. Und zwar nicht am Cembalo, sondern am modernen Konzertflügel, hier einem breit und voll klingenden „Bösendorfer“. Mehr noch: dass sie damit diese sechs Friedrich II. (dem Großen) 1742 gewidmeten „Preußischen“ Sonaten viel tiefer auszuloten wagt, als damals die Epoche der Empfindsamkeit es sich vorstellte. Die in Kroatien geborene, in Köln lebende Musikerin gelangt so zu einer gleichermaßen rigorosen und überzeitlich modellhaften Darstellung. Die erweist sich umso sinnvoller, als der zweitälteste Bachsohn gegenüber dem Tasten-Oeuvre Johann Sebastians doch spürbar neue, andere, individuelle Töne anschlägt.

Ana-Marija Markovina setzt Formsinn, Virtuosität und Expressivität mit aller Entschiedenheit in ein Spannungsverhältnis. Sie zeigt, dass Philipp Emanuel eben nicht alles rund laufen lässt, dass er Widerstände und Sperren einbaut, die erst die Wiener Klassik Haydns und Mozarts durchlässig macht. Genau dieser Kontrast von Schroffheit und Zartheit schafft fortwährend neuen Hörreiz. Dazu kommt die bewusste Integration der Auszierungen in die Werksubstanz. Sie sind eben mehr als schmückendes Beiwerk, nämlich Signale des Ausdrucks.
Auch das stattliche a-Moll-Klavierkonzert nimmt für sich ein, nur dass ein reines Streichertutti schon vom Ansatz her keinen sehr hohen Verschmelzungsgrad mit dem Klavierklang erreicht. Da lässt sich begreifen, warum ein Mozart in seinen Klavierkonzerten die Bläserfarben so stark favorisierte.

Von Siegfried Weyh

Hersfelder Zeitung, 31.12.2008

Klangbeispiele

The Prussian Sonatas, No. 3 in E major, Wq. 48/3

The Prussian Sonatas, No. 1 in F major, Wq. 48/1

The Prussian Sonatas, No. 4 in C minor, Wq. 48/4

The Prussian Sonatas, No. 6 in A major, Wq. 48/6

Piano Concerto in A minor, Wq. 26 H 3

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